Angelköder - Naturköder und Kunstköder


Die Auswahl für den Angler an Ködern ist sehr gross. In der Regel spezialisiert man sich im Laufe der Zeit auf eine kleine Auswahl. Grundsätzlich unterscheidet man 2 grosse Köder Arten - Naturköder und Kunstköder - Es folgt eine Aufstellung der gängigsten Angelköder mit einer kurzen Beschreibung zu den einzelnen Ködern, welche in unseren Gewässern sehr gut funktionieren.

Naturköder

Kompostwurm (Mistwurm)

Dieser beliebte Köder ist so ziemlich in jedem Komposthaufen zu finden. Sie lassen sich einfach sammeln und sind zudem einfach über längere Dauer zu hältern. Einsatzgebiet: Friedfische und kleinere Räuber (z.B. Barsch, Aal)

Tauwurm

Diese dicken Würmer sind etwas schwieriger zu fangen. Sie kommen nur nachts an die Oberfläche und man muss sehr leise sein und schnell reagieren können. Man kann sie auch in jedem Angelladen kaufen.Dabei handelt es sich meistens um importierte Würmer aus Kanada / Amerika. Tauwürmer sind ein exzellenter Angelköder, da sie sehr fängig auf fast alle Fischarten sind und sich relativ leicht beschaffen lassen. Ein weiterer Vorteil von Tauwürmern ist der, dass sie sehr gut am Haken halten und auch angeködert noch eine lange Zeit agil bleiben. Einsatzgebiet: Friedfische, Aal, Barsche, Wels.

Maden

Maden sind die wohl bekanntesten und am häufigsten im Angelsport eingesetzten Naturköder überhaupt. Mit Maden lassen sich so ziemlich alle Friedfischarten wie z.B. Brassen, Rotaugen und Rotfedern, Schleien, Karpfen, Döbel und sogar Raubfische wie z.B. Aale und Barsche fangen. Maden gibt es im Angelgeschäft zu kaufen. Sie werden mitunter gern ins Futter gemischt. Man kann einzelne oder mehrere Maden gleichzeitig auf dem Haken anbieten,je nach Größe des gewählten Zielfisches.

Bienenmaden

Die "Bienenmade" ist ein fängiger Naturköder und eignet sich gut zum gezielten Angeln auf Forellen. Zahlreiche Fried- und Raubfischarten wie z.B. Aale, Döbel und Karpfen lassen sich mit diesem Köder ebenfalls fangen, jedoch werden Bienenmaden eher selten zum Fang dieser Fischarten eingesetzt. Diese gibt es ebenfalls im Angelgeschäft zu kaufen. Diese grossen Raupenänlichen Tiere werden in der Regel am Forellensee eingesetzt.

Mehlwurm

Der "Mehlwurm" ist die gelb-bräunliche Larve des "Mehlkäfers", der auch bei uns in der Natur lebt und vorkommt. Er ist ein sehr fängiger Naturköder und eignet sich gut zum Angeln auf Forellen, Saiblinge und diverse Weißfischarten (z.B. für Karpfen, Brassen, Rotfedern, Rotaugen, Döbel, Schleien). Mehlwürmer kann man heutzutage in fast jedem guten Angel- und Zoofachgeschäft und online über das Internet kaufen. Da sie im Terraristikbereich als Futtermittel für Vögel und Reptilien angeboten werden, kann man sie in Zoohandlungen manchmal günstiger bekommen als in Angelfachgeschäften.

Köderfische

Um grosse Raubfische zu fangen nimmt man sehr gerne tote, kleine Fische, die mit verschiedensten Montagen angeboten werden können. In unseren Gewässern angelt man mit Köderfischen in der Regel gezielt auf die klassischen Raubfische wie Aal, Hecht, Zander und Wels. Als Köderfisch dienen Rotaugen, Rotfedern, Karauschen, Brassen, Stint und Makrele.

Fischfetzen

Als Fetzenköder bezeichnet man in Stücke oder Streifen geschnittene Köderfische, welche dann am Haken befestigt werden.

Brotköder

Ein großer Vorteil von Brot als Angelköder ist der, dass es relativ kostengünstig ist und man es in der Regel fast immer Zuhause hat. Als gut und fängig haben sich alle Weißbrotarten wie z.B. Toastbrot, Fladenbrot und Baguette bewährt. Das Brot kann entweder zu einem Kügelchen geknetet oder als schwimmende Brotflocke ("Schwimmbrot") am Haken angeboten werden. Kaum ein Brassen, Rotauge, Karpfen oder Döbel kann einem gut präsentierten Brotköder widerstehen. Weissbrot oder Brötchen mit Wasser zu einen festen Teig durchkneten. Man kann den Teig auch noch mit Aromen aus der Backabteilung oder aus den Angelladen verfeinern.

Boilies

Boilies gibt es heute so gut wie in jedem Anglergeschäft zu kaufen. Hier erhält man unterschiedliche Variationen, welche im Einzelnen sogar, auf einen bestimmten Gewässertyp zugeschnitten sein können. Beim Boilie handelt es sich um einen Karpfenköder ,welcher aus verschiedensten Teig- und Aromazutaten zu Kugeln gerollt wird, und dann gekocht oder gedämpft wird. Es enstehen dadurch harte Teigkugeln, welche an speziellen Boiliemontagen am Gewässergrund angeboten werden. Es ist zu beachten, dass Boilies nicht einfach auf den Haken geschoben werden können. Durch ihre harte Struktur kann es vorkommen, dass diese dabei zerbrechen. So muss ein anderer Weg genommen werden, um sie als Köder zu verwenden. In den meisten Fällen werden an so genanntem "Haar/Hair" befestigt.

Mais

Mais ist ein sehr beliebter weit verbreiteter Angelköder, mit dem sich fast alle Weißfische fangen lassen. Er ist u.a. bei Fischarten wie Brassen, Döbeln, Rotaugen, Rotfedern, Schleien, Barben und Karpfen sehr beliebt. Mais lässt sich auch wunderbar mit zusätzlichen Duftstoffen etwas aufpeppen. Man kann ihn darin einlegen und er nimmt diese Zusatzaromen sehr gut und schnell an. Viele Angler schwören sogar drauf und färben vor Angelbeginn die kleinen gelben Maiskörner mit Boilie- oder Lebensmittelfarben zusätzlich ein… Der Fantasie sind hier quasi keine Grenzen gesetzt

Tigernuss

Neben Boilies, Mais und Hundefutterkuchen kann man auch Tigernüsse/Erdmandeln zum gezielten Karpfenfang verwenden. Besonders an stark überfischten Gewässern eignen sich die Köder sehr gut dazu um scheue Fische, die schon jeden anderen Köder kennen und verschmähen zum Anbiss zu animieren. Sie halten sehr gut und fest am Haken/Haar und lassen sich weit auswerfen. Man kann Tigernüsse entweder schon angelfertig zubereitet im Glas oder in trockener, natürlicher Form in fast allen guten Angelfachgeschäften kaufen. Sie sind zwar nicht der preiswerteste Angelköder, jedoch preislich deutlich günstiger wie Boilies.

Forellenteig

Forellenteig wird normalerweise entweder am Grund oder im Mittelwasser an einer Posenmontage angeboten. Eine ganz besonders effektive Methode mit Forellenpaste zu fischen ist jedoch das aktive Angeln (Schleppangeln) mit einem Sbirolino oder einer Wasserkugel. Dabei wird ein fingernagelgroßes Stück Forellenpaste zunächst mit zwei Fingern zu einem dünnen Plättchen zerdrückt. Das Teigplättchen wird anschließend auf den Haken gezogen und an einem langen Vorfach (Sbirolino- o. Wasserkugelmontage) aktiv durch Wasser gezogen. Durch das langsame Herankurbeln flattert das Teigplättchen unter Wasser herum. Durch das Herumflattern werden Forellen über das Seitenlinienorgan auf den Köder aufmerksam. Beim Annähern an den Köder kommen sie schließlich mit den Lock- und Duftstoffen in Kontakt und werden zum Anbiss animiert.

Kunstköder

Blinker

Blinker sind die einfachsten Kunstköder. Sie bestehen lediglich aus einem Metallblatt, welches beim Zug an der Angelschnur durch das Wasser torkelt. Diese Methode hat sich vor allem beim Hechtangeln bewährt, da der Blinker einen kleinen, kranken Fisch imitiert. Ein äußerst fängiger Allround-Köder auf Hecht, Zander, Rapfen und Wels. Aber auch Barsche lassen sich mit dieser Methode fangen, wenn der Blinker nicht allzu groß ausfällt.

Spinner

Spinner (auch Spinnerblatt)ist ein Metallblatt, welches auf Zug um eine Achse rotiert und durch die so entstehenden Reize (Druckwellen) Raubfische zum Biss verleitet. Durch diese Druckwellen wird das Seitenlinienorgan (Ferntastsinn) des Fisches gereizt. Es gibt Spinner in allen Farben mit langen und kurzen Spinnerblättern – auch Spinner mit mehreren Spinnerblättern sind keine Seltenheit. Ein sehr guter Köder zum Angeln von Barsch, Hecht, Rapfen und Forelle.

Wobbler

Wobbler imitieren beim Ziehen durch das Wasser mit schaukelnden Bewegungen kranke Fischchen, die für Raubfische eine attraktive Beute darstellen. Wobbler haben eine Tauchschaufel deren Form die Bewegung ergibt und für die Tauchtiefe mitentscheidend ist. Diese Kunstköder sind aufgrund ihres aufwändigen Aufbaus und des detaillierten, fischähnlichen Aussehens relativ teuer. Sie sind vom Aussehen und in Ihrer Bewegung meistens kaum von echten Fischen zu unterscheiden. Viele Wobbler-Modelle besitzen im Inneren spezielle Rasselkugeln die für einen zusätzlichen Reiz sorgen.

Jerkbaits

Jerkbaits sind künstliche Köder, mit denen man auch auf Hecht angeln kann. Das Angeln mit Jerkbaits zählt zwar zum Spinnfischen, die Methode unterscheidet sich aber von vielen für die Spinnfischerei typischen Angelarten. Charakteristisch für das Angeln auf Hecht mit Jerkbaits ist, dass der Angler bestimmte Bewegungen ausführen muss, die dem Kunstköder Leben einhaucht. Mitunter schreckt die besondere Technik, die hinter dem Angeln mit Jerkbaits steckt, manch einen Angler ab. Es wird dabei häufig angenommen, das Jerken sei unästhetisch oder belaste das Handgelenk des Anglers über Gebühr. Auch dies ist aber nur eine Einstellungssache und eine Frage der Übung und kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Jerkbaits sehr fängige Köder sind, wenn man auf Hecht angeln möchte.

Gummifisch

Gummifische erfreuen sich als Köder mittlerweile einer besonderen Beliebtheit unter Hechtanglern. Die praktischen und äußerst fängigen Köder gibt es dabei in einer sehr großen Auswahl, wobei sich die einzelnen Modelle vor allem hinsichtlich ihrer Größe und ihrer farblichen Gestaltung voneinander unterscheiden können. Ein Gummifisch besteht aus Gummi und ähnelt in seinem Aussehen einem Fisch. Der Attraktor beim Gummifisch ist sein Schwanz, der beim Herankurbeln im Wasser durch schnelle Flossenschläge einen flüchtenden Beutefisch imitiert. In den Körper des Gummifisches wird ein sog. "Jig-Kopf" (Haken mit Bleikopf) eingehängt, der den Gummifisch erst fängig und komplett macht. Gummifische werden in kurzen Intervallen langsam über den Gewässerboden gezupft und eignen sich sehr gut zum Angeln von Zander, Hecht, Wels und Barsch.

Twister

Ein Twister ist eine Abwandlung des Gummifisches mit dem Unterschied, dass er im Aussehen eher einem Wurm anstatt einem Fisch ähnelt. Der Aufbau und der Lauf ist jedoch der gleiche – auch Twister werden mit einem speziellen Jig-Bleikopf versehen und über den Gewässerboden gezupft. Inzwischen gibt es auch Twister mit zwei Schwanzflossen die ebenfalls sehr fängig sind und vom Aussehen eher einem Frosch ähneln. Mittlerweile hat sich technologisch allerdings viel getan und das Twistern auf Hecht erfreut sich durchaus einer gewissen Beliebtheit. Dies gilt nicht zuletzt auch aus dem Grund, da durchaus auch ein großer Hecht mit diesem Köder gefangen werden kann. Gut zum Angeln auf Zander, Hecht, Wels und Barsch.


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