Angelschnur – Unterschiede und Einsatzgebiete

Beitrag erstellt am 27.12.2018 - Redakteur: Angelpedia.de / Sergej Saschenin

Die passende Angelrute und Angelrolle ist gefunden, nun fehlt nur noch die richtige Angelschnur. Aber was sind die Unterschiede zwischen einer geflochtenen Schnur, einer monofilen Schnur, einer Fluorocarbon-Schnur und einer Fliegenschnur? Und welche Angelschnur wird für welchen Zielfisch benötigt?



Es gibt nicht die eine Angelschnur für den einen Zielfisch


Auf dem ersten Blick wirken alle Schnüre bis auf die Farben gleich. Jedoch werden beim genaueren Hinsehen die ersten Unterschiede deutlich. Die Fluorocarbon Schnur und die monofile Schnur wirken fast transparent, wohingegen die geflochtene Schnur und die Fliegenschnur deutlich sichtbar sind. Wenn die Schnüre das erste Mal in die Hand genommen werden und einmal dran gezogen wird, werden auch Unterschiede im Material und der Dehnbarkeit spürbar.

Die Schnüre sind in verschiedenen Farben und Tragkräften erhältlich. Allgemein bei Angelschnüren gilt, je größer der Durchmesser ist, desto höher ist die Tragkraft. Jedoch ist darauf zu achten, dass mit zunehmender Dicke auch die Sichtbarkeit der Schnur steigt und die Wurfweite geringer wird. Sehr nachteilig ist bei großen Stärken außerdem, dass sie einen größeren Strömungs- und Windwiderstand haben. Das kann vor allem beim Posenangeln stören, da die Wellen die Schnur mit der Pose von der Stelle bewegen.

Um die Bedeutsamkeit der Farben und der Dehnbarkeit deutlich zu machen, haben wir für Dich jede Angelschnur einzeln aufgelistet und die Besonderheiten erklärt.

Vorneweg: Monofile-, geflochtene und Fluorocarbon Schnüre kann man grundsätzlich auf Stationär sowie auch auf Multirollen aufspulen. Hierbei gibt es keine Einschränkungen. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass die Schnur nur so stark wie nötig und so fein wie möglich ist. Fliegenschnüre können aber nur auf Fliegenrollen aufgespult werden. Wichtig ist dabei die richtige Klasse der Rute und der Rolle zu wählen.


Die Monofile Schnur


Die am häufigsten verwendete Angelschnur ist die Monofile Schnur. Gerne wird sie auch als Allrounderschnur bezeichnet. Sie ist in vielen Situationen einsetzbar und für Anfänger bestens geeignet, weil sie kleinste Fehler wie falsche Bremseinstellungen verzeihen kann. Die monofile Schnur besteht aus einem Kunststofffaden und weist eine hohe Dehnbarkeit von ca. 18% – 30% auf. Großer Vorteile sind die hohe Abriebfestigkeit, die starke Wasserabweisung und der vergleichsweise günstige Preis. Der Nachteil liegt ganz klar bei der Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen. Dieser Nachteile führen dazu, dass die Schnur nach einigen Jahren gewechselt werden muss. Bei den niedrigen Preisen ist das aber kein großer Kostenfaktor. Vor allem Friedfischangler bevorzugen die Monofile Schnur gegenüber den restlichen Schnüren. Das liegt daran, dass durch die Dehnung das weiche Maul des Friedfisches beim Anschlag nicht vom Haken ausgeschlitzt und dadurch der Fisch verloren wird. Nicht nur deswegen ist die monofile Schnur auch die Karpfenschnur schlechthin.



Hier gehts zum Aufbau, den Unterschieden und zum Test der monofilen Schnur Hier gehts lang


Die Geflochtene Schnur


Wie der Name es schon erahnen lässt, werden bei der geflochtenen Schnur mehrere Kunststofffäden zusammengeflochten. Oftmals bekommt sie noch eine zusätzliche Beschichtung um den Reibungswiderstand zu verringern. Im Vergleich zur monofilen Schnur hat die geflochtene Schnur eine höhere Tragkraft beim selben Durchmesser. Die Schnur weist nur eine geringe bis gar keine Dehnung auf. Das ist ein großer Vorteil für Raubfischangler. Beim Spinnfischen wird ein durchgehender Kontakt zum Kunstköder dringend benötigt um jeden Biss direkt zu erkennen und sofort anschlagen zu können. Würde sich die Schnur beim Anschlag dehnen, könnte der Druck auf den Köder zu niedrig sein um den Fisch gut im Maul zu haken. Die geflochtene Angelschnur ist teurer als die monofile Schnur aber ist dafür UV beständig und wasserabweisend. Daher muss sie nicht so schnell wieder ersetzt werden. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Schnur nicht abriebfest ist und demnach leichter an Steinen oder Ästen reißen kann.



Hier gehts zum Aufbau, den Unterschieden und zum Test der geflochtenen Schnur Hier gehts lang


Die Fluorocarbon Schnur


Auf den ersten Blick sieht die Fluorocarbon Schnur aus wie eine gewöhnliche monofile Schnur. Doch das täuscht. Fluorocarbon ist transparenter, abriebfester und hat eine schwächere Dehnung als die Monofile. Fluorocarbon wird schon des Längeren als Vorfach beim Raubfischanglern benutzt, um kein sichtbares Stahlvorfach vor dem Kunstköder zu führen. Dadurch wird sich erhofft, dass der Kunstköder öfter angebissen wird. Als Hauptschnur wird die Fluorocarbon Schnur aber immer beliebter. Der relativ teure Preis kann aber relativiert werden, da dank UV-Beständigkeit und Abriebfestigkeit die Lebensdauer deutlich länger als bei der monofilen Angelschnur ist. Außerdem ist die Schnur schnell sinkend. Damit kann man Kunstköder ohne Angst vor Abrieb tiefer führen.




Die Fliegenschnur


Wie man es vom Fliegenfischen gewohnt ist, gibt es auch hier eine spezielle Angelschnur. Die Fliegenschnur gibt es in verschiedenen Farben, Profil und Gewichten. Die Schnur hat einen Kern aus einer monofilen oder geflochtenen Schnur mit einer Ummantelung und wird in die sogenannten AFFTA (American Fly Fishing Trade Association) Klassen eingeteilt (Früher AFTMA). Sie gehen von 1-15 und sagen aus, wie schwer die Schnur ist. Dabei ist 1 die leichteste und 15 die schwerste. Die Fliegenrute sollte die selbe Klasse wie die Schnur haben um gute Würfe mit der Ausrüstung machen zu können. Nicht so wie die restlichen Schnüre, die immer durchgehend die selbe Stärke haben, gibt es Fliegenschnüre mit verschiedenen Profilen. Beispielsweise werden Schnüre angeboten, die sich an beiden Seiten verjüngen oder auch welche, die sich nach vorne keulenförmig verdicken. Obendrein gibt es noch verschiedene Auftriebverhalten wie schwimmend, sinkend und viele mehr. Schwimmende Angelschnüre sind in fast allen Farben, wie auch leuchtend oder Transparent erhältlich. Sinkende werden jedoch überwiegend in unauffälligen Farben wie grün, grau oder braun sowie transparent erhältlich.



Dieser Artikel wurde von www.angelpedia.de bereitgestellt.

Besucht unseren Youtube Channel, dort findet ihr detaillierte Videos zu diversen Montagen.

Unsere Community auf Facebook hilft euch auch weiter, stellt eure Fragen in der Gruppe.
Hier gehts lang