Angeln mit dem künstlichen Köder


Angler, die auf Raubfisch angeln möchten, müssen sich mehreren Herausforderungen stellen. Nicht nur, dass der Raubfisch den Angler in einen anstrengenden Drill verwickeln kann, beim Angeln auf Raubfisch finden auch sehr viele unterschiedliche Köder ihren Einsatz. Der Angler muss sich mit der Köderthematik intensiv auseinandersetzen, damit er Erfolg beim Raubfischangeln haben kann. Bei dieser Angeltechnik werden Kunstköder wie z.B. Fliegen, Spinner, Blinker, Wobbler oder Weichplastikköder (Twister/Shads) in allen nur erdenklichen Farben und Variationen zum gezielten Fang von Raubfischen - also aller fischfressenden Fischarten - eingesetzt. Spinnfischen wird sowohl vom Boot als auch vom Ufer aus praktiziert. Es ist eine hohe Angelkunst und es gehört meist viel Geschick und Übung dazu, den Köder richtig zu präsentieren und ohne Hänger an allen Unterwasser-Hindernissen vorbei zu führen. Beim Spinnfischen hängt der Erfolg von verschiedenen Faktoren ab. Das Wetter (Sonne, Regen, bewölkt, warm, kalt), das Gewässer (Größe, Tiefe, Klarheitsgrad des Wassers) und der Köder (Farbe, Größe, Art) sind die Wichtigsten.

Kunstködermontage - wie sieht so etwas aus?

Die Montage beim Angeln mit Kunstködern ist relativ simpel: Alle Kunstköder besitzen eine Öse zum Festbinden der Angelschnur – die Köder werden an dieser Öse an die Hauptschnur gebunden – fertig! … Wenn jedoch mit Hechten und Zandern gerechnet wird, sollte dem Köder ein spezielles Stahlvorfach vorgesetzt werden um Schnurbrüche im Drill durch die scharfen Zähne der Fische zu vermeiden..

Grundsätzlich könnte man einen Wobbler einfach an die Hauptschnur binden, auswerfen und einen Fisch fangen. Solange der Fisch kein Hecht ist, würde es funktionieren. Doch das Problem ist, dass Hechte, die nahezu in jedem Gewässer vorhanden sind, skalpell-scharfe Zähne besitzen und aus diesem Grund jede Schnur in Sekundenbruchteilen durchbeißen würden. Um das zu verhindern, wird zwischen dem Wobbler und der Hauptschnur ein Stahlvorfach geschaltet.

Eine typische Gummiköder-Montage ist wie folgt aufgebaut: Zuerst wird an die geflochtene Hauptschnur (0,12 bis 0,14 mm) mithilfe des Albright-Knotens das Fluorocarbon-Vorfach gebunden, das die Stärke von 0,26 bis 0,28 mm aufweisen muss. Anschließend bindet man an das andere Ende des Vorfaches einen Karabiner, der nicht nur dem Gummifisch das optimale Spiel bei der Führung ermöglicht sondern auch einen bequemen und vor allem schnellen Köderwechsel erlaubt. Dies ist gerade beim Raubfischangeln von großer praktischer Bedeutung, denn an bei dieser Art des Angeln gehört das ständige Ausprobieren verschiedene Köder bei jedem Angelausflug einfach dazu.

Eine Drop-Shot-Montage ist relativ schnell und einfach zu bauen. Zuerst wird in der Mitte eines ca. 1,5 Meter langen Fluorocarbon-Vorfaches ein Dropshot-Haken gebunden. Dabei verwendet man einen speziellen Knoten, der die Haken-Ausrichtung im 90 Grad Winkel ermöglicht. Der sogenannte Springer-Knoten erfüllt genau diese Voraussetzung. Als Haken eignet sich fürs Dropshotting entweder ein Offset-Haken, der effektiven Schutz gegen die Kraut-Hänger leistet, oder auch ein gewöhnlicher langschenkliger Haken.

Weiterhin ist der Noknot-Verbinder ein ganz wichtiges Detail bei einer Spinnfisch-Montage. Er erlaubt schnelles und einfaches Einhängen des Vorfaches bzw. des Wirbels an die Hauptschnur und weist zugleich 99% der Schnurtragkraft auf. Der Vorteil des No-Knots liegt eindeutig in dem sehr komfortablen Hantieren und hoher Festigkeit. Zum Vergleich – kein Angelknoten hält mehr als 98 % der Schnurtragkraft aus. Darüber hinaus ist das Binden eines Angelknotens nicht selten eine richtige Frickelarbeit, wohingegen das Einhängen der Schnur an Noknot in Paar Sekunden erledigt ist.

Beispielmontagen

Blinker / Spinner Montage

Wobblermontage

Gummifischmontage

Dropshotmontage


Spinnrute oder Baitcast Rute? Unterschiede und Empfehlungen

Beitrag erstellt am 27.12.2018 - Redakteur: Angelpedia.de / Sergej Saschenin

Wenn die Auswahl des Zielfisches und des Köders erledigt wurde, stehen die meisten Raubfischangler nur noch vor der Frage, ob Spinnrute oder Baitcast Rute. Beide Ruten haben ihre Vor- und Nachteile, die wir Dir im Folgenden näher bringen möchten.



Bauliche Unterschiede


Ob es sich um Spinnrute oder eine Baitcast Rute handelt, lässt sich leicht an der Rolle erkennen. Bei der Spinnrute handelt es sich um eine „gewöhnliche“ Angelrute, an der eine Stationärrolle hängt und bei der die Ringe zum Boden zeigen. Dieses Bild ist auch bei anderen Ruten wie den Karpfenruten, Matchruten oder auch Brandungsruten bekannt, auch wenn diese sich von den Einsatzgebieten deutlich unterscheiden. Baitcast Ruten sehen hingegen aus, als wären es umgedrehte Spinnruten, bei denen die Ringe sowie die Rolle zum Himmel zeigt. Beim genauen Hinschauen wird jedoch schnell klar, dass die Ringe dichter aneinander liegen, die Rute einen sogenannten Triggergriff besitzt und die Rolle keine Stationärrolle, sondern eine speziell dafür entwickelte Multirolle oder Baitcaster ist.

Eines haben diese beiden Ruten jedoch gemeinsam: Sie sind für Raubfische ausgelegt, wenn auch nicht unbedingt für die selben Angelmethoden gleichermaßen gut geeignet. Bei einigen Techniken haben die Spinnruten die Nase vorn, bei anderen die Baitcast Ruten. Wo genau zeigt sich im jeweiligen Abschnitt.


Baitcast Rute - Rolle und Ringe zeigen nach oben

Spinnrute - Rolle und Ringe zeigen nach unten


Vor- und Nachteile der Spinnrute


In Deutschland werden größtenteils die Spinnruten beim Raubfischangeln eingesetzt. Ein Grund ist dabei sicherlich, dass die Spinnrute schon lange vor der ersten Baitcast Rute auf dem Markt und somit die einzige Alternative war. Doch die Spinnrute bringt auch ihre eigenen Vorteile mit sich. Der Größte wird vermutlich sein, dass die Variationen schier unendlich sind und der Preis für gutes Gerät durch den Wettbewerb gesunken ist. Wenn sehr leichte Köder ausgeworfen werden sollen, eignet sich die Spinnrute meistens mehr, da eine vergleichsweise gute Baitcast Rute um einiges teurer ist. Das liegt aber vor allem an der Multirolle, welche für leichte Köder sehr fein sein muss und dadurch kaum Preisgrenzen nach oben kennt. Generell sind Stationärrollen günstiger als ihre Brüder. Oft werden Spinnruten eingesetzt, wenn große Distanzen beworfen werden sollen. Die Spinnruten sind nämlich in der Regel länger und die Schnur kann ungebremst von der Stationärrolle abziehen. Jedoch wird die Rute mit zunehmender Länge auch schwerer und unhandlicher beim Werfen. Beim Grund- oder Posenangeln spielt dieses Kriterium aber eine unwichtige Rolle, da größtenteils mit einer Spinnrute oder sogar einer Karpfenrute geangelt wird. Weiterhin ist das Angeln auf große Distanzen dank des größeren Schnureinzugs bei einen Kurbelumdrehung kräftesparender. Schwere Köder und Fische sind mit der Spinnrute dagegen nicht sehr zu empfehlen, denn die Köder schneiden sich beim Werfen leichter in den Finger und starke Fische belasten die Stationärrolle aufgrund der Bauart zu sehr. Die gesamte Kraft des Fisches wird bekanntermaßen nicht wie bei der Multirolle über die Spule, sondern über das kleine Schnurlaufröllchen übertragen und kann dieses kleine Bauteil leicht überstrapazieren.

Zusammengefasst wird eine Spinnrute gegenüber der Baitcast Rute gerne beim Angeln mit leichten Ködern, auf weite Distanzen und bei einem kleineren Budget vorgezogen.



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Vor- und Nachteile der Baitcast Rute


Im Gegensatz zu den Europäern sind die Amerikaner und die Japaner schon sehr vertraut mit der Baitcast Rute. Dort gibt es sie schon deutlich länger und in einer weit aus größeren Produktpalette als in Deutschland bzw. Europa. Vor allem bei großen und schweren Ködern wie Jerkbaits wird die Baitcast Rute der Spinnrute vorgezogen. Nicht nur, weil sich die Schnur beim Werfen mit schweren Ködern auf der Stationärrolle in die Finger schneidet, sondern auch weil die Baitcast Ruten in kürzeren und härteren Modellen verfügbar sind. Denn Köder, die mit Schlägen geführt werden (z.B. Wobbler oder Jerkbaits), lassen sich mit kurzen Angelruten sehr viel ermüdungsfreier und effektiver führen. Außerdem können vergleichsweise mehr Würfe in der selben Zeit mit der Baitcast Rute ausgeführt werden, da die Multirolle keinen Bügel hat, der vor jedem Wurf erst einmal umgeklappt werden muss. Das hört sich zwar nur nach einer minimalen Zeiteinsparung an, aber auf einen Angeltag hochgerechnet können doch einige dutzend Würfe mehr gemacht werden. Die Köder sind durch das gebremste abwickeln der Schnur zusätzlich stabiler in der Luft und verhaken sich seltener mit der Schnur oder dem Vorfach. Aber das Fischen gegen den Wind ist sehr lästig und führt vor allem bei Anfängern zu den berüchtigten „Perücken“. Der Grund dafür ist, dass die Schnur dann nicht mehr auf Spannung ist und die Baitcaster oder Multirolle quasi durchdrehen kann, obwohl keine weitere Schnur benötigt wird. Auch durch falsch eingestellte Bremsen tritt dieses Problem nicht selten beim Werfen auf. Deswegen empfehlen wir Neulingen des Baitcast Ruten Angelns, erst einmal das Angeln mit einer Stationärrolle zu üben. Diese Rolle verzeiht deutlich mehr Fehler. Beim Fischen auf sehr starke Fische wie beispielsweise beim Big-Game werden Angler an Baitcast Ruten aber nicht vorbeikommen. Angesichts der massiven Kräfte, die auf die Rolle wirken, sollten stabile Konstruktionen wie bei der Multirolle verwendet werden. Die Schnurlaufröllchen der Stationärrollen würden unter diesem hohen Druck brechen.

Die Baitcast Rute wird vor allem dann empfohlen, wenn die Köder oder die Fische schwer werden und wenn die Köder wie Jerkbaits durchs schlagen geführt werden. Allerdings sollten Anfänger erst einmal ein wenig Erfahrung mit einer Rute, die eine Stationärrolle aufnimmt, sammeln.

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Fazit


Nicht überraschend aber im Endeffekt hat jeder Angler seine eigene Meinung und Vorliebe. Einige schwören aufgrund des leichteren Handlings auf die altbewehrte Spinnrute während Andere finden, dass das Angeln mit der Baitcast Rute um einiges entspannter sei, da weniger Handgriffe beim Wurf notwendig sind. Wir empfehlen Anfängern gerne die Spinnrute, da sie den Geldbeutel deutlich mehr schont und nicht so weh tut, falls das Raubfischangeln doch nicht das Wahre für einen selbst ist. Wer jedoch große Köder und damit auch große Räuber fangen möchte, sollte auf die harten Baitcast Ruten mit Multirollen bzw. Baitcaster setzen. Stationärrollen werden von schweren Ködern meist zu sehr strapaziert, da die gesamte Kraft des Wurfs nur über ein kleines Rädchen übertragen wird. Dafür sind für leichte Köder Spinnruten besser geeignet, da sie beim selben Preis der Rollen (im Vergleich zu Baitcast Ruten) deutlich bessere Wurfeigenschaften mit sich bringen.

Möchtest du mehr über die die einzelnen Rollen erfahren? Hier gehts zu den Stationärrollen für die Spinnruten und hier gehts zu den Multirollen/Baitcastern für die Baitcast Ruten.

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